Foto: Deutscher Bundestag / Kira Hofmann / photothek

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1.

Auf diese Medien
verlinken die MdBs

Von BILD und WELT bis STERN und SPIEGEL: Welche Medien werden am häufigsten von Mitgliedern des Bundestags auf Social Media verlinkt? Inwiefern gibt es Unterschiede zwischen den Parteien bezüglich der Art der Inhalte, die von ihren Mitgliedern geteilt werden? Für ein umfassenderes Bild werden die Ergebnisse einer Civey-Befragung gegenübergestellt, die zeigen, welche Medien die jeweiligen Wählerinnen und Wähler der Parteien tatsächlich lesen.

Anzahl der Beiträge von MdBs der verschiedenen Parteien auf Social Media:

Nicht in die Betrachtung fallen die Beiträge der Fraktionslosen, da sie keine geschlossene Gruppe ausmachen. Sämtliche Daten sind jederzeit live aus pressrelations NewsRadar®.
Zeitraum: 16.12.2024 bis 23.02.2025.

Mittlerweile nutzt der Großteil der Mitglieder des Bundestags intensiv die Sozialen Medien zum Teilen von Inhalten und Meinungen – zwischen den Parteien zeigt sich dennoch eine hohe Varianz bei der Menge an Beiträgen. Die meisten Beiträge werden dabei von MdBs der CDU/CSU und der SPD veröffentlicht. Dies entspricht auch ihren Rollen als am stärksten im Parlament vertretenen Parteien.

Die AfD hat als fünftgrößte Partei annähernd genauso viele Beiträge wie SPD und CDU/CSU auf Social Media veröffentlicht. Verrechnet man den Medienanteil mit dem Sitzanteil im Parlament, werden aber deutliche Unterschiede erkennbar.

Anders als CDU/CSU und die SPD, die einen ähnlichen Medien- wie Sitzanteil aufweisen, hat die AfD zwar lediglich 10,5 % der aktuellen Sitze im Bundestag inne, besitzt jedoch einen fast doppelt so großen Anteil an den auf Social Media veröffentlichten Beiträgen. Die Abgeordneten der AfD posten durchschnittlich 287 Beiträge, während andere Regierungsparteien deutlich weniger veröffentlichen (bspw. SPD: 117 Beiträge pro Sitz - Stand: 23.02.2025).

Wie häufig posten Abgeordnete im Vergleich zu ihrem Sitzanteil im Bundestag auf Social Media?

Sitze im Bundestag

Medienbeiträge Gesamt

Medienbeiträge pro Sitz

Sitzanteil im Parlament

Medienanteil

SPD

207

24.301

117

28,6 %

21,7 %

CDU/CSU

196

25.808

132

27,1 %

23,1 %

Die Grünen

117

17.622

151

16,2 %

15,8 %

FDP

90

14.976

166

12,4 %

13,4 %

AfD

76

21.787

287

10,5 %

19,5 %

Die Linke

28

5.761

206

3,9 %

5,2 %

BSW

10

1.516

152

1,4 %

1,4 %

Daraus allein lässt sich noch keine Einordnung der Medienarbeit einzelner Parteien ableiten, allerdings wird im weiteren Verlauf dieser Studie noch das Mediennutzungsverhalten einzelner Spitzenkandidaten betrachtet (in Teil 2). Zudem lässt sich aus der Anzahl der Medienbeiträge nicht unmittelbar auf deren tatsächliche Reichweite schließen, da eine engagierte Followerschaft bereits mit wenigen Beiträgen eine ähnlich hohe mediale Resonanz erzielen kann wie eine Vielzahl an Beiträgen mit geringem Engagement. Entscheidend für die mediale Wirksamkeit sind demnach nicht nur die Quantität der Posts, sondern auch die inhaltliche Gestaltung und die Interaktion mit der potenziellen Wählerschaft.

Reichweite und Interaktionen aller Beiträge nach Partei (kumuliert):

Top 5 meistgeteilte Medien
von Mitgliedern des Bundestags auf Social Media:

Die Analyse der geteilten Medien zeigt, dass über alle Mitglieder des Bundestages hinweg SPIEGEL an erster Stelle rangiert, gefolgt von BILD und WELT. Die ZEIT landet auf dem 10. Platz.

Plätze 6 bis 15:

Bei der Medienauswahl der Parteien zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Die Grünen häufig Artikel aus den liberal-progressiven Medien, wie SPIEGEL, DIE ZEIT, TAGESSPIEGEL und TAGESSCHAU teilen, bevorzugt die FDP verstärkt wirtschaftsliberal-konservative Medien wie HANDELSBLATT und FAZ.

Durch die MdBs welcher Parteien wird auf die Top-Medien am häufigsten verwiesen?

Vor allem AfD, CDU und FDP teilen vielfach Artikel aus Medien des Axel-Springer-Verlags, was dazu führt, dass BILD und WELT zu den am häufigsten geteilten Onlinezeitungen zählen.

Top 10 der meistverlinkten Medien nach Parteien

Eine detaillierte Übersicht über die am häufigsten geteilten Medien jeder Partei sowie weitere Daten finden Sie kostenlos im NewsRadar® Live-Infoboard zum Social-Media-Wahlkampf.

Das Dashboard aktualisiert sich in Echtzeit, sodass jederzeit die neuesten Entwicklungen abrufbar sind.

Link zum Infoboard mit Echtzeit-Daten und Aufschlüsselung nach Parteien

Für die strategische Themensetzung der Parteien wichtig, ist die Übereinstimmung der gewählten Kommunikationskanäle mit den präferierten Nachrichtenquellen ihrer Zielgruppe. Eine Gegenüberstellung mit Daten einer Befragung der Meinungsforschungsplattform Civey zeigt, welche Medien die (potenziellen) Wählerinnen und Wähler der Parteien tatsächlich lesen.

Dabei lässt sich erkennen, dass das von Civey erhobene Leseverhalten der zur Wahl Entschlossenen weitgehend mit den von pressrelations erfassten Daten übereinstimmt. Zwar gehören die Outlinks von ZEIT und TAZ nicht zu den meistgeteilten Medien-Domains insgesamt, doch zeigt die Einzelbetrachtung der Parteien, dass DIE ZEIT bei den Grünen und die TAGESZEITUNG (TAZ) bei den Linken vertreten ist. Besonders deutlich zeigt sich die Übereinstimmung bei der FDP: Hier spiegelt das Lese- und Teilverhalten der Abgeordneten weitgehend das Medienkonsumverhalten ihrer Wählerschaft wider.

Das stark differenzierte Leseverhalten von potenziellen CDU/CSU-Wählenden bilden die pressrelations-Daten nur begrenzt ab, da die Abgeordneten der Union insgesamt wenig Inhalte teilen und dabei oft auf eigene Veröffentlichungen verweisen. Ähnlich wie die Abgeordneten der FDP und AfD verbreiten sie jedoch besonders häufig Artikel von BILD und WELT.

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede in der Medienwahl der Parteien. Während die Grünen und die SPD häufig auf eher liberal-progressive Medien wie SPIEGEL oder TAGESSCHAU verweisen, teilen FDP und CDU/CSU verstärkt wirtschaftsnahe und eher konservative Titel wie HANDELSBLATT, FAZ, BILD und WELT. Die AfD setzt hingegen überproportional auf politisch randständige Medien wie NIUS oder JUNGE FREIHEIT. Dabei entspricht das Social-Media-Teilverhalten der Mitglieder des Bundestags weitgehend der Medienauswahl ihrer jeweiligen Wählerschaft.

Foto: Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek

Foto: Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek

2.

Die Spitzenkandidaten auf Social Media

Zu Teil 2